Aluminium gebuerstet

Aluminium wird mittlerweile in verschiedensten Bereichen verwendet. Das Metall ist weiß-silbrig. Es ist relativ weich und zäh, weist aber eine ähnliche Festigkeit auf wie Stahl. Aluminium ist ein Leichtgewicht: Es wiegt gerade mal halb so viel. Man kann es außerdem leicht zu Legierungen verarbeiten, womit die Festigkeit verstärkt werden kann.
In der Elektrotechnik wird es als Leiter eingesetzt. Aluminium leitet Strom gut und ist vergleichsweise billig im Gegensatz zu den besseren Leitern wie Kupfer, Gold oder Silber.
Vorteilhaft ist, dass Aluminium beinah keine magnetischen Eigenschaften aufweist.
Zudem kann Aluminium problemlos recycelt werden.Besonders in der Möbel- und Dekorationsbranche ist Aluminium häufig eine sichtbare Komponente. Normales, so genanntes „poliertes Aluminium“, hat eine glatte, glänzende Oberfläche. Fingerabdrücke und Gebrauchsspuren sind sehr leicht zu erkennen.
Um dies zu vermeiden, wurde das Aluminium gebuerstet entwickelt.
Entgegen der Benennung wird hierbei die Oberfläche des Metalls auf bestimmte Weisen abgeschliffen.
Aluminium gebuerstet ist durch seine markante Optik leicht erkennbar. Die Schleifstriche sind auf der Oberfläche deutlich sichtbar. Dies sorgt für einen dumpf-satinierten Glanz. Vorteilhaft für den Alltag ist, dass auf Aluminium gebuerstet Fingerabdrücke, Kratzer oder andere kleine Gebrauchsspuren nicht so deutlich sichtbar sind. Bilderrahmen werden aus Aluminium gebuerstet bevorzugt. Auch in der Küche ist Aluminium gebuerstet beliebt. Die Oberfläche ist ansprechend, pflegeleicht und hygienisch. Aluminium gebuerstet sollte immer in Strichrichtung gereinigt werden mit weichen Tüchern oder Schwämmen. Es gibt Spezialreiniger im Handel, aber auch einfache Hausmittel wie Backpulver oder Soda eignen sich zur Reinigung von Aluminium gebuerstet.Zur Herstellung von Aluminium gebuerstet gibt es mehrere Methoden.

Maschinelles Bürsten von Aluminium

Diese Methode wird sehr oft in der Industrie angewandt, man nennt es daher auch „industrielles Bürsten“.
Es handelt sich um ein mechanisches Verfahren. Die eingesetzten Bürsten sollten dabei länger sein als das zu behandelnde Stück Aluminium.
Die Aluminiumoberfläche erhitzt sich dabei stark, sodass mit einer Kühlflüssigkeit gearbeitet werden muss. Verwendet man diese nicht, kann es zu Verfärbungen kommen. Im schlimmsten Fall wirft das Aluminium Blasen, die das Werkstück unbrauchbar machen.

Manuelles Bürsten von Aluminium

Auch wenn man Aluminium per Hand bürsten bzw. schleifen kann, ist die Abgabe an einen Fachmann empfehlenswert. Doch nicht jeder Handwerker hat die teuren Schleifmaschinen, die in der Industrie verwendet werden. Wie bürstet man Aluminium also manuell?
Es ist sehr wichtig, dies auf keinen Fall mit dem Bürstenaufsatz einer Bohrmaschine oder gar einem Winkelschleifer zu tun – auch wenn die Topfdrahtbürste dazu verleiten mag! Diese Behandlung wäre für die Oberfläche zu grob und würde sie zerstören; auch Blasenbildung durch die entstehende Hitze ist nicht ausgeschlossen. Wie oben bereits erwähnt, ist das Aluminium danach nicht mehr zu gebrauchen.

Viel sicherer ist es, wenn das Aluminium geschliffen wird. Die Körnung beim Vorschleifen sollte bei mindestens 120 liegen, welche dann nach und nach verkleinert wird.
Wichtig: Ab einer Körnung von 400 sollte Nassschleifpapier verwendet werden!
Außerdem gilt zu beachten, dass das Aluminium immer in derselben, geraden Schleifrichtung bearbeitet wird. Es sollte keinesfalls in einem Bogen geschliffen werden.
Je länger die zu schleifende bzw. „bürstende“ Fläche ist, desto langsamer sollte beim Schleifen vorgegangen werden.

Beim Nassschleifen des Aluminium gebuerstet wird eine Oxidationsschicht entfernt bzw. es kann sich eine nicht gesteuerte Oxidationsschicht bilden. Es ist also sinnvoll, einen Oxidationsschutz einzusetzen, z.B. durch Eloxieren oder Anodisieren des Aluminiums.

Oberflächenrauhigkeit

Die Oberflächenrauhigkeit definiert die Unebenheiten der Oberflächenhöhe.
Durch verschiedene Verarbeitungsmethoden (z.B. Beizen, Ätzen, Korrosion, Schleifen, Polieren, etc.) kann die Oberflächenrauhigkeit verändert werden.

Die Rauheit einer Oberfläche ist besonders im technischen Bereich sehr wichtig, z.B. wenn es um Gleitflächen geht. Die Rautiefe wird üblicherweise angegeben in RA (Mittenrauwert) und RZ (gemittelte Rautiefe). Beide Angaben werden in µm angegeben.
Beim Mittenrauwert wird das arithmetische Mittel der Abweichung von der Mittellinie angegeben, bei der gemittelten Rautiefe der Mittelwert aus den einzelnen gemessenen Rautiefen.

Die Rauheit einer Oberfläche hat Einfluss auf die Eigenschaften beim Zerspanen, aber auch bei der Schnittgeometrie, bei der Kühlschmierung oder der Elastizität des Werkstoffes. Daher ist es bei einer technischen Zeichnung wichtig, Angaben zur Oberflächenrauheit zu machen. Gemessen wird die Rauheit meistens mit einem Tastschnittgerät.

Alternative Metalle

Nicht nur Aluminium kann „gebürstet“ werden, auch gebürstetes Edelstahl lässt sich herstellen. Hierbei werden häufig Edelstahlbleche gebuerstet verwendet.
Bei Edelstahl handelt es sich um eine Legierung aus Eisen und Chrom, aber auch kleine Teile von Mangan, Nickel oder Molybdän können enthalten sein.
Bei der Herstellung von Edelstahl gebuerstet sind einige Dinge zu beachten, die beim Aluminium gebuerstet entfallen.

Auch Silber kann gebürstet werden, um einen schönen optischen Effekt zu erzeugen. Zeitlich wird auch der Schmuck weniger anfällig für Schrammen oder Flecken.

Gebürstetes Nickel findet sich häufig im Badezimmer, da es zur Beschichtung von Armaturen oder Duschstangen bzw. Steigleitungen verwendet wird.

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